Logo der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft und WiWo

Das Dynamikranking 2007

Klicken Sie auf Ihr Bundesland und vergleichen Sie, wie es im Bundesländerranking 2007 von Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM) und WirtschaftsWoche abschneidet.

  1. Baden-Württemberg
  2. Sachsen-Anhalt
  3. Hamburg
  4. Bayern
  5. Saarland
  6. Sachsen
  7. Niedersachsen
  8. Berlin
  9. Bremen
  10. Rheinland-Pfalz
  11. Thüringen
  12. Schleswig-Holstein
  13. Nordrhein-Westfalen
  14. Mecklenburg-Vorpommern
  15. Hessen
  16. Brandenburg

Die Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM) in Kooperation mit WiWo:

Methodik des Bundesländerrankings

Methode

Im Mittelpunkt der Bundesländer-Studie steht weiterhin das Dynamik-Ranking, auf dessen Basis der Ministerpräsident des Jahres gekürt wird. Da es sich methodisch jedoch aus dem Bestandsranking ableitet, wird aus Gründen der besseren Nachvollziehbarkeit im Folgenden die Methodik erläutert, die dem Bestandsranking zugrunde liegt.

Grundsatzentscheidung

Das Ranking soll den wirtschaftlichen Erfolg der Bundesländer anhand eines zusammenfassenden Indikators (Gesamtindikator) ermitteln, der sich wiederum aus verschiedenen Unterindikatoren zusammensetzt.
In diesen Gesamtindikator fließen Zielgrößen und Einflussfaktoren ein. Zielgrößen, die den Erfolg eines Bundeslandes bestimmen, sind Indikatoren aus den Bereichen Wohlstand (Bruttoinlandsprodukt, Einkommen, Produktivität) und (Arbeitslosenquote, Arbeitsplatzversorgung).
Neben den Zielgrößen (Wohlstand und Arbeitsmarkt) gehen auch Einflussfaktoren (siehe Abbildung 3) in den Gesamtindikator ein. Sowohl die Zielgrößen als auch die Einflussfaktoren machen jeweils 50 % des Gesamtindikators aus.
Der Grund für diese auch in der Literatur nicht ungewöhnliche Vorgehensweise (z.B. Kröger / van Suntum, 2000, Internationales Beschäftigungsranking der Bertelsmann-Stiftung) ist, dass wichtige Einflussgrößen empirisch nicht beobachtbar sind. Um deren Einfluss dennoch abbilden zu können, gehen die Ergebnisvariablen mit einem Gewicht von 50 % direkt in den Index ein1.

 

Abbildung: Grundaufbau des Indikators

 

Datengrundlage

Datengrundlage ist eine umfassende Regionaldatenbank, aus der beim Bestandsranking 54 und beim Dynamik-Ranking 33 Indikatoren für die Analyse herausgezogen wurden. Diese Daten stammen zum überwiegenden Teil aus öffentlich verfügbaren Statistiken (u. a. Volkswirtschaftliche Gesamtrechnungen der Länder, Statistische Landesämter, Statistisches Bundesamt, INKAR-Datenbank des Bundesamtes für Bauwesen und Raumordnung, Bundesagentur für , Bundeskriminalamt), Spezialerhebungen und Sonderauswertungen anderer Institute (u. a. ZEW-Gründungspanel, Stifterverband), aber auch aus Bilanzdatenbanken (OSIRIS, DAFNE) und eigenen Erhebungen der IW Consult. Zu den eigenen Erhebungen zählt eine Befragung zum Thema Bürokratie, die die IW Consult im Frühjahr 2007 bei gut 2.250 Unternehmen durchgeführt hat, sowie die Ermittlung des Reisekostenindex.
Diese Indikatoren werden fünf Obergruppen zugeordnet:

Aufbau des Gesamtindikators

Der Gesamtindikator ist hierarchisch in bis zu sechs Ebenen untergliedert (Ebenen 1 bis 3 siehe Abbildung 4):

 

Abbildung: Detaillierter Aufbau des Indikators
Struktur und Gewicht der Ebenen


 

Im Vergleich zum Vorjahresranking wurden im aktuellen Dynamik-Ranking keine Änderungen vorgenommen.
Die meisten der im Ranking verwendeten Indikatoren werden auch in ähnlichen Arbeiten verwendet. Auf fünf Punkte ist hinzuweisen:

Gewichtung

In das Ranking gehen die Zielgrößen und die Einflussfaktoren zu je 50 % ein.
Innerhalb der Zielgrößen (Wohlstand und Arbeitsmarkt) sind die Gewichte mit jeweils 50 % gesetzt.
Die Gewichte der Einflussfaktoren werden aus einer Mischung aus ökonometrischer Schätzung und Expertensystem (Befragung) ermittelt. Die empirische Schätzung dient dabei lediglich der Orientierung. Es wird nicht der Anspruch erhoben, Wirkungszusammenhänge erklären zu können. Ein solches umfassendes Modell gibt es nicht. Es wird lediglich versucht, Indikatoren zu finden, die mit den Zielvariablen in Zusammenhang stehen, d. h. hoch korreliert sind.
Die Gewichte für die Bereiche Unternehmen, Standort und Struktur werden für die zweite und dritte Ebene zusammen geschätzt. Die Schätzung erfolgt auf Basis von Kreisdaten, weil auf Bundesländerebene zu wenige Beobachtungen vorliegen. Die Zielgröße der Schätzung (die zu erklärende Variable) ist ein Erfolgsindex, der wie folgt zusammengesetzt ist:

In die Schätzung gehen als abhängige Variablen alle Indikatoren der vierten bis sechsten Ebene ein, wenn entsprechende Daten auf Kreisebene vorliegen. In einigen Fällen konnten die Ausprägungen nur auf der Ebene der Raumordnungsregionen beobachtet werden. Bei der Unternehmensperformance werden die Kreisdaten durch die Daten der jeweiligen Bundesländer approximiert.
In die Schätzung sind jeweils die aktuell verfügbaren Daten auf Kreisebene eingegangen. Diese unterschiedlichen Erhebungszeitpunkte dürften aber keine größere Relevanz haben, weil nur sehr langsam laufende Variablen beobachtet wurden. Es werden nur Variablen berücksichtigt, deren Koeffizient das erwartete Vorzeichen hat und die signifikant sind. Die Schätzung beschränkt sich auf westdeutsche Kreise, weil die neuen Länder immer noch durch den Strukturbruch der deutschen Einheit charakterisiert sind und keine �normalen Ergebnisse� erwarten lassen.
Die Beiträge der Variablen zum R2 (ohne Konstante) werden als Gewichte interpretiert. Da eine solche Schätzung mit sehr vielen Problemen versehen ist, werden die ermittelten Gewichte auf volle 10 %-Punkte gerundet. Das ergibt im Ergebnis folgende Gewichtung:

Auf der dritten Ebene werden folgende Gewichte ermittelt:

Standort

Struktur

Gewichte durch Expertenbefragung

Viele erfolgsrelevante Faktoren sind auf der Kreisebene nicht beobachtbar. Deshalb werden die empirisch ermittelten Gewichte innerhalb des Bereichs Standort durch die Ergebnisse einer Expertenbefragung ersetzt. Befragt wurden 100 Wirtschaftsförderungsgesellschaften. Als Ergebnis wurden die Gewichte im Bereich Standort wie folgt gesetzt:

Auf der vierten bis sechsten Ebene wurden die Indikatoren im Regelfall gleichgewichtet. Die Auswahl der Kriterien auf der vierten bis sechsten Ebene erfolgt auf Basis eigener Einschätzungen. Auch dadurch wird nochmals deutlich, dass der hier verfolgte Gesamtansatz durch eine Mischung aus �Ökonometrie und Expertensystem� charakterisiert ist. Die Tabelle 4 fasst die einbezogenen Indikatoren und die Gewichte in einer Übersicht zusammen.

 

1 Einen anderen Weg gehen Berthold et al., 2001, die in ihrem Bundesländer-Ranking alle Gewichte ökonometrisch schätzen. Dieser methodisch anspruchsvolle und theoretische Weg hat in der Praxis aber eine Reihe von Umsetzungsproblemen. Das Fehlen eines geschlossenen Modells gehört genauso dazu wie die Schwierigkeit, in einigen Fällen unabhängige von abhängigen Variablen zu unterscheiden.

Weitere Projekte der INSM